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Lügen einer 6-jährigen ...

21. Oktober 2005 um 13:35 Letzte Antwort: 12. November 2005 um 19:20

Wir haben das Problem, dass die 6-jährige Tochter (bin selbst nicht der leibliche Vater) sehr regelmäßig die Unwahrheit erzählt. Da dies nun schon eine Weile (ca. 9 Mon.) so anhält, ist es mir ein Anliegen, mich mit anderen auszutauschen bzw. mir Anregungen zu holen. Leider neige ich nun dazu, ihr nicht mehr zu glauben bzw. alle (wichtigen) Dinge zu hinterfragen und das möchte ich auf gar keinen Fall.

Zum einen sind es Situationen, in denen das Kind subjektiv Vorteile hat.
Beispiel1: "Ich habe morgen keinen Sport. Die Lehrerin ist krank."
Beispiel2: "Ich habe keine Hausaufgaben auf."
Beispiel3: "Ich habe heute noch kein Eis gegessen."
Beispiel4. "Ich habe die Zähne schon geputzt."
Beispiel5: "Ich habe heute in der Betreuung kein Essen bekommen."
...
Zum Anderen sind es spektakuläre Situationen, in denen das Kind Aufmerksamkeit bekommen möchte.
Beispiel1: "Meine Oma ist heute die Treppe hinunter gestürzt und liegt im Krankenhaus."
Beispiel2: "Der A. war heute bei uns im Garten und hat den Ball gestohlen."
Beispiel3: "Mein Papa ist mit uns 220 KM/H gefahren."
...
Weiterhin sind es Alltagssituationen, in denen das Kind Verständnis und Trost einfordert wie z. B.:
"Mein Bruder hat mich gehauen." oder
"R. will gar nicht mit mir spielen. Ich habe gar keinen mehr zum Spielen."

Der ältere Bruder (5. Klasse Gymnasium) fordert insgesamt sehr viel Aufmerksamkeit, da er für die Schule viel Unterstützung braucht. Da wir beide arbeiten und ich nicht immer da bin, ist die Zeit begrenzt. Deshalb haben wir schon feste Zeiten eingerichtet, die nur für die Tochter da sind. Hier kann sie mit uns (oder einem) spielen und maßgeblich entscheiden, was wir unternehmen.

Zum Erziehungsstil: Grundsätzlich erziehen wir beide gleich. Wir tauschen uns aus, sprechen weitere Vorgehensweisen ab und handeln fast ausnahmslos konsequent. Dabei sollen die Kinder einen freien Gestaltungsrahmen haben und je nach Bedürfnis nur flankierend unterstützt werden. Außerdem bemühen wir uns, so liebevoll wie möglich miteinander umzugehen. Dies haben wir zusammen in unserem Regelwerk auch so besprochen und niedergeschrieben. Zudem bemühen wir uns, das Bemühen der Kinder zu loben und positiv zu verstärken.

Zur Persönlichkeitsstruktur des Kindes:
M. ist normal entwickelt und eher ein ruhiges Kind, dass sich auch gut mit sich selbst beschäftigen kann. Obwohl sie ein gut ausgebildetes Selbstbewusstsein hat, hat sie zeitweise Probleme, Kontakt zu (neuen) Gruppen oder auch Einzelpersonen aufzubauen (wenig eigeninitiativ). Anregungen von außen oder Ansprache nimmt sie jedoch gern entgegen. Insgesamt würde ich ihr Selbstwertgefühl als niedrig einschätzen.
Es gibt noch viele innerfamiliere Aspekte, deren Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde, doch hoffe ich, dass ich ein paar Anregungen bekomme. Vielleicht geht es ja anderen ebenso?!

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21. Oktober 2005 um 13:48

Meine Meinung...
Zu den Lügen 1 und 2 würde ich sagen: ist ihre Sache. Wenn sie die Sportsachen dann nicht mit hat und in ne andere Klasse zum Unterricht muß (bei uns ist das so) dann hat sie eben Pech gehabt. Genauso wenn sie die Hausaufgaben am anderen Tag nicht hat. (Bei uns müssen die Kinder bei 6x HA vergessen eine Stunde nachsitzen. Meine Tochter ist in der 2.Klasse) Ich denke vielleicht lernt sie daraus.

Die anderen Sachen kann man klaro nicht durchgehen lassen. (zB. Zähne gehen kaputt, da kann man nicht sagen das haste jetzt davon)

Warst du schon mal beim Lehrer?

Ich hatte mit meiner Tochter auch schon mal Probleme und wußte nicht mehr weiter, bin dann bei uns zur Diakonie gegangen und dort wurde ein paar mal mit einem Psychologen gesprochen (kostet nix) Der konnte uns einige gute Tipps geben, die uns geholfen haben.

Gelogen hat meine Tochter (ich denke da war sie wohl im selben Alter) auch schon, ich habe dann halt immer, wenn sie mir was erzählt hat, in ihrem Beisein, bei anderen Leuten nachgefragt (Stimmt das, daß die Kinder morgen kein Sport haben?, Na, ich kann Dir nicht glauben, daß Du heute noch kein Eis hattest, bekommst vorsichtshalber mal keines mehr, in der Betreuung erklären, daß die Tochter z.Zt. schwindelt und bzgl. Essen nachfragen) Als meine Tochter gemerkt hat "Wer einmal lügt dem glaubt man nicht" und sie dadurch des sich desöfteren selbst schadet hat sies schließlich gelassen.

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21. Oktober 2005 um 14:05
In Antwort auf an0N_1192444099z

Meine Meinung...
Zu den Lügen 1 und 2 würde ich sagen: ist ihre Sache. Wenn sie die Sportsachen dann nicht mit hat und in ne andere Klasse zum Unterricht muß (bei uns ist das so) dann hat sie eben Pech gehabt. Genauso wenn sie die Hausaufgaben am anderen Tag nicht hat. (Bei uns müssen die Kinder bei 6x HA vergessen eine Stunde nachsitzen. Meine Tochter ist in der 2.Klasse) Ich denke vielleicht lernt sie daraus.

Die anderen Sachen kann man klaro nicht durchgehen lassen. (zB. Zähne gehen kaputt, da kann man nicht sagen das haste jetzt davon)

Warst du schon mal beim Lehrer?

Ich hatte mit meiner Tochter auch schon mal Probleme und wußte nicht mehr weiter, bin dann bei uns zur Diakonie gegangen und dort wurde ein paar mal mit einem Psychologen gesprochen (kostet nix) Der konnte uns einige gute Tipps geben, die uns geholfen haben.

Gelogen hat meine Tochter (ich denke da war sie wohl im selben Alter) auch schon, ich habe dann halt immer, wenn sie mir was erzählt hat, in ihrem Beisein, bei anderen Leuten nachgefragt (Stimmt das, daß die Kinder morgen kein Sport haben?, Na, ich kann Dir nicht glauben, daß Du heute noch kein Eis hattest, bekommst vorsichtshalber mal keines mehr, in der Betreuung erklären, daß die Tochter z.Zt. schwindelt und bzgl. Essen nachfragen) Als meine Tochter gemerkt hat "Wer einmal lügt dem glaubt man nicht" und sie dadurch des sich desöfteren selbst schadet hat sies schließlich gelassen.

Zur Meinung ...
Die Unwahrheiten fliegen natürlich früher oder später auf. Im Augenblick eher früher, da wir ja vorsichtig sind ...

Zu den Lügen 1 + 2:
Sie würde ja gar nicht zum Sportunterricht gehen, da ja die Lehrerin krank ist. Deshalb würde sie schwänzen und das kann es nicht sein, da sie ja gerade erst eingeschult wurde. Wir müssen also aufpassen, dass sich so ein Verhalten nicht wiederholt.
Auch bei den Hausaufgaben hat sie kein Schuldbewusstsein, wenn sie ohne geht. Wenn die Lehrerin etwas sagt, guckt sie zwar betreten zum Boden, doch hakt sie das Ganze dann in Sekunden ab.

Ich möchte gern etwas über die möglichen psychologischen Ursachen erfahren und muss vermutlich doch zur Beratung.

Danke bis hierhin und ein schönes WE.

Salserolino

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21. Oktober 2005 um 20:18

Hilfe
...das ganze liest sich für mich wie eine angefangene doktorarbeit.

viel über kindererziehung gelesen/angelesen ?

ein sechsjähriges kind lässt sich schwer in ein passendes raster packen.

ich lese vom bemühten liebevollen umgang miteinander und vom niedergeschriebenem regelwerk, um das lebe mit kind zu meistern.
ein bisschen mehr bodenständigkeit und bauchgefühl im umgang mit kindern würde es auch tun.

habt ihr es schon mal mit aufeinander eingehen probiert ? mit kreativität statt regelwerk ?
und mit liebe und akzeptanz - aus dem herzen, nicht aus dem psychobuch-der-einzig-wahren-kindererziehung.

sorry, aber mir erscheint durch das geschriebene der umgang mit dem kind zu trocken und "abgestimmt", aber völlig ohne gefühl und seele.
ist ja nett, das ihr das beste "versucht", aber ein kind ist kein analyseobjekt. selbstwertgefühl lässt sich schwer durch vorgegebene stufen aufbauen, und schwer durch indirekte ansprache. oder einfacher - wenn niemand direkt auf das kind eingeht, wie soll das kind dann reagieren ? wählt es A, B oder doch C ? bei welchem buchstaben fällt es durch ?

mir erscheint hinter all der fassade gibt es reichlich unsicherheiten im umgang miteinander. das spürt ein kind.

gegenfrage: was erwartet ihr ?

andrea

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21. Oktober 2005 um 20:44
In Antwort auf halvor_11908427

Zur Meinung ...
Die Unwahrheiten fliegen natürlich früher oder später auf. Im Augenblick eher früher, da wir ja vorsichtig sind ...

Zu den Lügen 1 + 2:
Sie würde ja gar nicht zum Sportunterricht gehen, da ja die Lehrerin krank ist. Deshalb würde sie schwänzen und das kann es nicht sein, da sie ja gerade erst eingeschult wurde. Wir müssen also aufpassen, dass sich so ein Verhalten nicht wiederholt.
Auch bei den Hausaufgaben hat sie kein Schuldbewusstsein, wenn sie ohne geht. Wenn die Lehrerin etwas sagt, guckt sie zwar betreten zum Boden, doch hakt sie das Ganze dann in Sekunden ab.

Ich möchte gern etwas über die möglichen psychologischen Ursachen erfahren und muss vermutlich doch zur Beratung.

Danke bis hierhin und ein schönes WE.

Salserolino

Hier nun...
kommen die praktischen tipps, völlig aus dem bauch. *ggg*

ein sechsjähriges kind macht doch seine hausaufgaben mit den eltern, oder ? das kind kommt aus der schule, man fragt wie es heute war, man schaut zusammen in die schultasche, holt die hefte raus, nimmt das hausaufgabenbuch, schlägt es auf, und rückt alles zurecht, damit angefangen werden kann. entweder sitzt man daneben, oder macht etwas anders, aber am anfang ist man doch im selben raum. hausaufgaben machen muss auch gelernt werden. bis jetzt hatte die kleine die verantwortung nicht, nun muss ihr das langsam beigebracht werden. wer seine hausaufgaben in der ersten klasse (nach zwei monaten!) nicht gemacht hat, dessen eltern haben sich anscheinend nicht interessiert.
meine meinung.

ich würde in sachen sportunterricht mal vorsichtig nachfragen, ob er ihr gefällt, oder ob sie etwas stört. ich würde die sportlehrerin/den sportlehrer fragen, ob etwas passiert ist, das dem kind die lust am unterricht genommen hat. das beides bitte getrennt, und nicht vor anderen/vorm kind.


die "psychologischen ursachen" kann man im täglichen leben nachvollziehen - aber die bekommt man nicht von anderen präsentiert, da muss man wohl oder übel selbst hinter her. das gesamte verhaltensbild der kleinen zeigt für mich überhaupt keine grosse auffälligkeit (ihr solltet euch mal mit eltern verhaltensauffälliger kinder zusammen setzen, damit ihr einen vergleich habt).

lügen, um sich wichtig zu machen:
einerseits reaktionen herausfordern, andererseits einen zuhörer finden, der das gesagte ernst nimmt, drauf eingeht.

flunkerlügen:
zum drüber lächeln, macht jeden menschen menschlich und nicht selten sogar symphatisch.

lügen zum eigenen vorteil:
können auch als notlügen gelten - siehe sportunterricht.

"ich habe schon zähne geputzt"
um nichtgeputze zähne zu "entdecken" gibt es lustige kautabletten. zeigt den kindern, das zähneputzen wichtig ist, blaue zähne sind für alle kinder furchtbar interessant, und spätestens nach der andeutung, das man mal wieder so eine tablette ausprobieren könnte flitzen sie los.

"ich hatte noch kein eis"
wenn ich die möglichkeit habe, noch ein eis zu ergattern, dann probiere ich es halt. selbst kaufen geht ja noch nicht - keinen job.

"mein bruder hat mich gehauen"
kommt auf die situation an. im ernstfall ein schrei nach ungeteilter aufmerksamkeit, nach liebe und kuscheln, nach schutz und geborgenheit.
aber vorsicht - es könnte ja auch stimmen.

andrea

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21. Oktober 2005 um 21:02

Eine Anregung...
Dein differenzierter Schreibstil zeigt, dass Du Dich eingehend mit der Problematik auseinandergesetzt hast oder auch selbst vom Fach bist. Deine Ziehtochter ist bei Dir in den besten Händen... Habe einen 9jährigen Sohn mit ADHS-Problematik. Auch hier tauchen immer wieder einmal Lügen auf. Kleine Geschichten, die seinen Alltag bereichern, mit denen er sich Aufmerksamkeit verschaffen will, mittels derer er wahrgenommen werden möchte, nach Auseiandersetzung - gleich ob postiver oder negativer Art - ruft. Ich frage mich dann: Wo schenke ich ihm zu wenig Aufmerksamkeit? Und finde keine Antwort. Ich mache das jetzt schon mit, seit er 5 Jahre alt ist. Ein Tipp: Vieles reift sich aus. Viele Syptome verlieren sich. Zuerst bin ich auf ihn eingegangen, hab seine Geschichten mit ihm "weitergesponnen", hab versucht, im Gespräch mit ihm der "Wahrheit der Lügen" auf die Spur zu kommen, hab versucht, den Kern zu finden. Sehs doch mal so: Deine Ziehtochter verfügt über eine unglaubliche Kreativität. Und mit den Jahren wird sichs verlieren...

Gruss, Marie

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22. Oktober 2005 um 9:02

Hallo,
da wir beide arbeiten sind, haben wir feste Zeiten eingeplant..............

So, ein Kind lässt sich aber nicht nach festen Zeiten ausrichten...........ist eben halt ein Kind.

Was machst Du mit dem Mädel, wenn es mal ausserhalb der "festgelegten" Zeiten Liebe, Fürsorge oder einfach nur ein offenes Ohr braucht????

Du würdest Ihr Selbstwertgefühl als "niedrig" einschätzen................ist ja toll....
Und was macht Ihr um ihr Selbstwertgefühl zu steigern???

Ich würde mich auch nicht besonders gut fühlen, wenn meine Eltern zu "festgelegten" Zeiten für mich da wären.

Ein Kind ist ein Individum und lässt sich nicht einstellen wie eine Maschine.

Aber klar, in der heutigen Zeit muß ja alles unter einen Hut passen, die Erziehung der Kinder, die Berufstätigkeit von beiden Eltern, und und und...

Doch leider spielen dabei die Kinder nicht immer so mit, wie man das sich so vorstellt. Vielleicht sollte man mal als verantwortungsvolle Eltern mal etwas kürzer treten.

Julia

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24. Oktober 2005 um 16:35
In Antwort auf heaven_12511004

Hallo,
da wir beide arbeiten sind, haben wir feste Zeiten eingeplant..............

So, ein Kind lässt sich aber nicht nach festen Zeiten ausrichten...........ist eben halt ein Kind.

Was machst Du mit dem Mädel, wenn es mal ausserhalb der "festgelegten" Zeiten Liebe, Fürsorge oder einfach nur ein offenes Ohr braucht????

Du würdest Ihr Selbstwertgefühl als "niedrig" einschätzen................ist ja toll....
Und was macht Ihr um ihr Selbstwertgefühl zu steigern???

Ich würde mich auch nicht besonders gut fühlen, wenn meine Eltern zu "festgelegten" Zeiten für mich da wären.

Ein Kind ist ein Individum und lässt sich nicht einstellen wie eine Maschine.

Aber klar, in der heutigen Zeit muß ja alles unter einen Hut passen, die Erziehung der Kinder, die Berufstätigkeit von beiden Eltern, und und und...

Doch leider spielen dabei die Kinder nicht immer so mit, wie man das sich so vorstellt. Vielleicht sollte man mal als verantwortungsvolle Eltern mal etwas kürzer treten.

Julia

Hallo zurück ...
"So, ein Kind lässt sich aber nicht nach festen Zeiten ausrichten...........ist eben halt ein Kind."

Da bin ich ganz anderer Meinung. Jedes Kind lernt, dass es feste Zeiten für bestimmte Dinge gibt. Z. B. Schulbeginn, Essenszeit, die Tanzstunde auch viele andere Dinge.

"Was machst Du mit dem Mädel, wenn es mal ausserhalb der "festgelegten" Zeiten Liebe, Fürsorge oder einfach nur ein offenes Ohr braucht????"

Ganz einfach. Dann gibt es andere Bezugs- und Vertrauenspersonen, die dem Kind die Aufmerksamkeit schenken. In der Schule der (Vertrauens)lehrer/ der Betreuer oder die Oma in der Nachbarschaft oder auch schon mal der babysitter, der gerne von ihr in Anspruch genommen wird. Für ein Kind ist es auch wichtig zu lernen, dass das Leben nicht immer ein Wunschkonzert ist und augenblickliche Bedürfnissbefriedigung nicht immer möglich ist. Kinder neigen zwar dazu, doch ist es halt auch ein Lernprozess. Alles Andere wäre realitätsfern. Bei wichtigen Bedürfnissen sind wir jedoch immer zur Stelle. Natürlich erhalten wir auch alle Infos, damit wir auch mitbekommen, wenn etwas besonderes im Leben des Kindes passiert. Dies auch nicht zuletzt vom Kind selbst.

"Du würdest Ihr Selbstwertgefühl als "niedrig" einschätzen................ist ja toll....
Und was macht Ihr um ihr Selbstwertgefühl zu steigern???"

Gefühle und Bedürfnisse erst nehmen; Liebe geben; Veränderungsprozesse, Leistungen, Alltagssituationen ... lobend benennen.
Ich denke, dass dir biografische Daten des Kindes fehlen, um verstehen zu können, warum es ein eher geringes Selbstwertgefühl hat.

"Ich würde mich auch nicht besonders gut fühlen, wenn meine Eltern zu "festgelegten" Zeiten für mich da wären."

Ich könnte dir jetzt noch mal detailliert erläutern, warum es für das Kind gut und eine Chance ist, mehrere Bezugspersonen zu haben und viele Reizimpulse zu bekommen, doch würde das hier den Rahmen sprengen.

"Ein Kind ist ein Individum und lässt sich nicht einstellen wie eine Maschine."

Da wäre ich natürlich nicht d`rauf gekommen

"Aber klar, in der heutigen Zeit muß ja alles unter einen Hut passen, die Erziehung der Kinder, die Berufstätigkeit von beiden Eltern, und und und..."

Genau. Besser ist es, wenn alle zufrieden sind! Auch die Eltern, damit sie viel Zufriedenheit an die Kinder weiter geben können

"Vielleicht sollte man mal als verantwortungsvolle Eltern mal etwas kürzer treten."

Da ich mich für verantwortungsvoll halte, bin ich ja hier!

Obwohl wir nicht einer Meinung sind, danke ich dir für deinen Beitrag.
In deinen Worten höre ich leider viel Frustration, doch wünsche ich dir mehr Gelassenheit und vor allem größere Fremdtolleranz. Zumindest wird es dann schon etwas leichter.

Gruß

Salserolino

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24. Oktober 2005 um 17:13
In Antwort auf an0N_1195918999z

Eine Anregung...
Dein differenzierter Schreibstil zeigt, dass Du Dich eingehend mit der Problematik auseinandergesetzt hast oder auch selbst vom Fach bist. Deine Ziehtochter ist bei Dir in den besten Händen... Habe einen 9jährigen Sohn mit ADHS-Problematik. Auch hier tauchen immer wieder einmal Lügen auf. Kleine Geschichten, die seinen Alltag bereichern, mit denen er sich Aufmerksamkeit verschaffen will, mittels derer er wahrgenommen werden möchte, nach Auseiandersetzung - gleich ob postiver oder negativer Art - ruft. Ich frage mich dann: Wo schenke ich ihm zu wenig Aufmerksamkeit? Und finde keine Antwort. Ich mache das jetzt schon mit, seit er 5 Jahre alt ist. Ein Tipp: Vieles reift sich aus. Viele Syptome verlieren sich. Zuerst bin ich auf ihn eingegangen, hab seine Geschichten mit ihm "weitergesponnen", hab versucht, im Gespräch mit ihm der "Wahrheit der Lügen" auf die Spur zu kommen, hab versucht, den Kern zu finden. Sehs doch mal so: Deine Ziehtochter verfügt über eine unglaubliche Kreativität. Und mit den Jahren wird sichs verlieren...

Gruss, Marie

Danke für die Anregung ...
Hab gerade leider alles aus Versehen weggedrückt. Ärgerlich, doch nun noch mal in Kurzform ...

Die Problematik ansich ist für mich neu, da ich zurückliegend wenig mit Kindern zu tun hatte. Du hast aber recht. Ich bin Pädagoge, doch hatte ich bisher nur mit Erwachsenen zu tun. Da ich die Kindererziehung als eigenständigen Bereich sehe, dem ich in meinem Studium nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt habe, möchte ich mir gerne Anregungen von außen holen. Berufsbedingt sind mir alle wesentlichen pädagogischen Handlungsweisen bekannt, doch fehlen mir Erfahrungen im Umgang mit Kindern. Deshalb bin ich auch hier.

Kreativität gefällt mir in diesem Zusammenhang auch gut. Vielleicht kann ich der Sache und ihr auch zukünftig mit mehr Gelassenheit und "Wertschätzung" entgegentreten.

Danke sagt

Salserolino

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24. Oktober 2005 um 17:37
In Antwort auf sora_11879443

Hilfe
...das ganze liest sich für mich wie eine angefangene doktorarbeit.

viel über kindererziehung gelesen/angelesen ?

ein sechsjähriges kind lässt sich schwer in ein passendes raster packen.

ich lese vom bemühten liebevollen umgang miteinander und vom niedergeschriebenem regelwerk, um das lebe mit kind zu meistern.
ein bisschen mehr bodenständigkeit und bauchgefühl im umgang mit kindern würde es auch tun.

habt ihr es schon mal mit aufeinander eingehen probiert ? mit kreativität statt regelwerk ?
und mit liebe und akzeptanz - aus dem herzen, nicht aus dem psychobuch-der-einzig-wahren-kindererziehung.

sorry, aber mir erscheint durch das geschriebene der umgang mit dem kind zu trocken und "abgestimmt", aber völlig ohne gefühl und seele.
ist ja nett, das ihr das beste "versucht", aber ein kind ist kein analyseobjekt. selbstwertgefühl lässt sich schwer durch vorgegebene stufen aufbauen, und schwer durch indirekte ansprache. oder einfacher - wenn niemand direkt auf das kind eingeht, wie soll das kind dann reagieren ? wählt es A, B oder doch C ? bei welchem buchstaben fällt es durch ?

mir erscheint hinter all der fassade gibt es reichlich unsicherheiten im umgang miteinander. das spürt ein kind.

gegenfrage: was erwartet ihr ?

andrea

Mehr Gedanken als Doktorarbeit ...
... zum Text (und zu mir) muss ich erst mal sagen, dass ich ein eher strukturierter Mensch bin, der auch gerne sein Leben organisiert. Unabhängig davon sind mir Gefühle ganz wichtig, da ich um deren Bedeutung weiß. Gefühle haben maßgeblich Einfluss auf alle Bereiche unseres Lebens ... Deshalb lebe ich meine Gefühle (so möglich) in meinem Leben aus, so es nicht auf Kosten Anderer geht. Dies versuche ich auch den Kindern zu vermitteln. Deshalb pflegen wir auch einen liebevollen Umgang miteinander.
Dazu gehört neben Sprachwahl, gegenseitigen Hilfestellungen, Rücksichtnahme ... auch viel körperliche Nähe. Deine Vermutung ist also nicht richtig.
Unsicherheiten (im Umgang mit den Kindern) haben wir selten, da wir auch ähnliche pädagogische Vorstellungen und Zielsetzungen haben. Wenn dies vorkommt, sehe ich dies auch eher als Chance, einen neuen Weg zu gehen oder sich Gedanken zu machen ...
Zumindest bemühe ich mich, stetig hinzuzulernen und Dinge anders/ besser/ zufriedenstellender zu meistern.

Gruß

Salserolino

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24. Oktober 2005 um 18:41

Es stimmt schon,
...für das verhalten des kindes gibt es in bezug kind wenig anhaltspunkte von dir. dafür gibst du um so mehr von dir selbst preis.

ehe ich mich jetzt in eine analyse stürze (wobei ich den gedanken nicht loswerde, das das verhalten des kindes nichts anderes als das verhalten der erwachsenen reflektiert, wenn auch etwas verzerrt), möchte ich dich eines fragen, und das ganz im ernst: kannst du über dich selbst lachen, so ganz spontan ?

lg, andrea

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24. Oktober 2005 um 18:53
In Antwort auf sora_11879443

Hier nun...
kommen die praktischen tipps, völlig aus dem bauch. *ggg*

ein sechsjähriges kind macht doch seine hausaufgaben mit den eltern, oder ? das kind kommt aus der schule, man fragt wie es heute war, man schaut zusammen in die schultasche, holt die hefte raus, nimmt das hausaufgabenbuch, schlägt es auf, und rückt alles zurecht, damit angefangen werden kann. entweder sitzt man daneben, oder macht etwas anders, aber am anfang ist man doch im selben raum. hausaufgaben machen muss auch gelernt werden. bis jetzt hatte die kleine die verantwortung nicht, nun muss ihr das langsam beigebracht werden. wer seine hausaufgaben in der ersten klasse (nach zwei monaten!) nicht gemacht hat, dessen eltern haben sich anscheinend nicht interessiert.
meine meinung.

ich würde in sachen sportunterricht mal vorsichtig nachfragen, ob er ihr gefällt, oder ob sie etwas stört. ich würde die sportlehrerin/den sportlehrer fragen, ob etwas passiert ist, das dem kind die lust am unterricht genommen hat. das beides bitte getrennt, und nicht vor anderen/vorm kind.


die "psychologischen ursachen" kann man im täglichen leben nachvollziehen - aber die bekommt man nicht von anderen präsentiert, da muss man wohl oder übel selbst hinter her. das gesamte verhaltensbild der kleinen zeigt für mich überhaupt keine grosse auffälligkeit (ihr solltet euch mal mit eltern verhaltensauffälliger kinder zusammen setzen, damit ihr einen vergleich habt).

lügen, um sich wichtig zu machen:
einerseits reaktionen herausfordern, andererseits einen zuhörer finden, der das gesagte ernst nimmt, drauf eingeht.

flunkerlügen:
zum drüber lächeln, macht jeden menschen menschlich und nicht selten sogar symphatisch.

lügen zum eigenen vorteil:
können auch als notlügen gelten - siehe sportunterricht.

"ich habe schon zähne geputzt"
um nichtgeputze zähne zu "entdecken" gibt es lustige kautabletten. zeigt den kindern, das zähneputzen wichtig ist, blaue zähne sind für alle kinder furchtbar interessant, und spätestens nach der andeutung, das man mal wieder so eine tablette ausprobieren könnte flitzen sie los.

"ich hatte noch kein eis"
wenn ich die möglichkeit habe, noch ein eis zu ergattern, dann probiere ich es halt. selbst kaufen geht ja noch nicht - keinen job.

"mein bruder hat mich gehauen"
kommt auf die situation an. im ernstfall ein schrei nach ungeteilter aufmerksamkeit, nach liebe und kuscheln, nach schutz und geborgenheit.
aber vorsicht - es könnte ja auch stimmen.

andrea

Bauchgefühl ...
"ein sechsjähriges kind macht doch seine hausaufgaben mit den eltern, oder ?"

Es kommt darauf an. Bei uns nicht. Da gibt es eine Betreuung in der Schule, wo gegessen, gespielt und "gearbeitet" wird.
Die ErzieherInnen nehmen sich auch den Hausaufgaben an, doch sagt M. nicht immer, wenn Hausaufgaben aufgegeben werden. Anscheinend ein innerschulisches Problem, das wir organisatorisch lösen können.
Unterschriebenes Aufgabenheft o. ä.

"ich würde in sachen sportunterricht mal vorsichtig nachfragen, ob er ihr gefällt, oder ob sie etwas stört. ich würde die sportlehrerin/den sportlehrer fragen, ob etwas passiert ist, das dem kind die lust am unterricht genommen hat. das beides bitte getrennt, und nicht vor anderen/vorm kind."

Haben wir schon gemacht. Sportlehrer und auch das Kind, doch kam nichts dabei heraus.

"die "psychologischen ursachen" kann man im täglichen leben nachvollziehen - aber die bekommt man nicht von anderen präsentiert, da muss man wohl oder übel selbst hinter her. das gesamte verhaltensbild der kleinen zeigt für mich überhaupt keine grosse auffälligkeit.

Habe da andere Erfahrungen. Gute Psychologen mit therapeutischer Zusatzausbildung haben ganz andere Lesemöglichkeiten. Ich möchte mir nicht anmaßen, über diese Quali zu verfügen ...
Wie wäre es z. B., wenn heraus käme, dass das Kind die Trennung vom leiblichen Vater nicht richtig verarbeitet hat oder oder
Das sind doch mögliche Ursachen, die ein Fachmann viel besser heraus finden kann!
Ich finde das Verhalten von M. auch nur dann abweichend, wenn es länger anhält. Da wir immer sehr ehrlich und offen miteinander umgehen wollen, fällt es mir aber besonders schwer, damit umzugehen.

Wie auch immer, werde ich mal deinen Tipp mit den Kautabletten probieren.

Danke und Gruß

Salserolino

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24. Oktober 2005 um 21:02

So, ich habe mal alles zusammen gepackt
und antworte so, wie es mir durch den kopf geht.


>>"So, ein Kind lässt sich aber nicht nach festen Zeiten ausrichten...........ist eben halt ein Kind."

Da bin ich ganz anderer Meinung. Jedes Kind lernt, dass es feste Zeiten für bestimmte Dinge gibt. Z. B. Schulbeginn, Essenszeit, die Tanzstunde auch viele andere Dinge.<<

jaaa. aber - wenn alles in unserem leben fest ausgerichtet ist, dann fehlt die lücke zu spontanität. denn dafür kann man nicht auch eine zeit einteilen. es gibt feste zeiten, aber nicht der ganze tag eines kindes sollte genaustens verplant sein. ungeplante zeiten sollten nicht nur zeiten sein, in denen das kind auf sich gestellt ist. der tag voller pflichten und uhrzeiten kommt noch früh genug, der tag, an dem man auf sich gestellt ist, auch. eine gesunde mischung macht's.
das andauernde einteilen untergräbt die eigene entwicklung, die selbstfindung, die kreativität, die phantasie. feste zeiten sind auch eine art der unterwerfung.

kinder müssen nicht 24 stunden "sinnvoll" leben. man sollte sehr vorsichtig sein bei dem versuch, ein erwachsenenleben auf das eines kindes zu übertragen. andersherum dagegen ist's kein problem.

das wirft bei mir immer die frage auf, warum so viele darauf aus sind, ihre kinder zu erwachsenen zu erziehen, anstatt sie kind sein zu lassen. alles zu seiner zeit. ein terminkalender und den grossen schreibtisch für den manager, die wolken, den bach und das gras für das kind.


>>Ganz einfach. Dann gibt es andere Bezugs- und Vertrauenspersonen, die dem Kind die Aufmerksamkeit schenken. In der Schule der (Vertrauens)lehrer/ der Betreuer oder die Oma in der Nachbarschaft oder auch schon mal der babysitter, der gerne von ihr in Anspruch genommen wird. Für ein Kind ist es auch wichtig zu lernen, dass das Leben nicht immer ein Wunschkonzert ist und augenblickliche Bedürfnissbefriedigung nicht immer möglich ist. <<

es ist von vorteil, wenn kinder mehrere bezugspersonen haben - so weit richtig. aber vertrauenspersonen ? es gibt eine mama, und einen papa. in den 60ern hat man den fehler gemacht mama und papa gegen tina und michael zu ersetzen. inzwischen ist es jedem klar wo der fehler liegt. tinas und michaels wird das kind in seinem leben noch viele kennen lernen, mama und papa gibt es nur ein mal. wenn mein kind mich als elternteil fordert, weil es zu mir vertrauen hat, dann ist es ein ding der unmöglichkeit es zu anderen "bekannten" zu schicken. das ist ein schlag ins gesicht, und ein riss in der basis. es spielt keine rolle, ob die anderen sich mit dem kind beschäftigen wollen, ob sie ein offenes ohr haben, ob sie super mit kindern umgehen können, ob sie das kind von klein auf kennen, es spielt eine rolle, wem sich das kind anvertrauen möchte. das hat mit wunschkonzert wenig zu tun.
es gibt einen unterschied zwischen bezugsperson haben und herum gereicht zu werden. und auch wenn erwachsene es nicht so empfinden, kindern nimmt man dadurch ihren halt.
das wort bedürfnisbefriedigung ist aber im bezug auf probleme und erlebnisse und dem daraus resultierenden mitteilungsbedürfnis eines kindes eine ganz hässliche (und fehlplatzierte) umschreibung.
es kann sein, das du die dringlichkeit eines kartoffelkäfers nicht mehr erkennst, weil du dich gerade mit den problemen des irakkrieges auseinandersetzt. aber wenn es so weit ist, das du das interesse des kindes (und damit seine welt) dahinter nicht mehr erkennst, dann hast du jegliches gefühl für kinder verloren. ein kartoffelkäfer kann durchaus wichtiger sein, es kommt immer auf die perspektive an. wenn du versuchst deinem kind stelzen anzuschrauben, damit es deine sicht der (wichtigen ?) dinge bekommt, dann kann es unter umständen tief fallen. wenn du dich ab und zu mal bückst tust du dir nicht weh.

>>
"Aber klar, in der heutigen Zeit muß ja alles unter einen Hut passen, die Erziehung der Kinder, die Berufstätigkeit von beiden Eltern, und und und..."

Genau. Besser ist es, wenn alle zufrieden sind! Auch die Eltern, damit sie viel Zufriedenheit an die Kinder weiter geben können <<

aber in diesem fall ist das kind wohl nicht zufrieden mit der situation. es ist schön, das ihr euer leben nach eurem bedarf und gefühl ausgerichtet und eure zeit fest eingeteilt habt, und damit am besten fahrt. leider bleibt da einer der familie auf der strecke. und sorry - für ein kind hat der erwachsene zurück zu stecken. denn erst wenn mein kind zufrieden ist geht es mir gut.

die fremdtoleranz schenk ich mir

>>Die Problematik ansich ist für mich neu, da ich zurückliegend wenig mit Kindern zu tun hatte. Du hast aber recht. Ich bin Pädagoge, doch hatte ich bisher nur mit Erwachsenen zu tun. Da ich die Kindererziehung als eigenständigen Bereich sehe, dem ich in meinem Studium nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt habe, möchte ich mir gerne Anregungen von außen holen. Berufsbedingt sind mir alle wesentlichen pädagogischen Handlungsweisen bekannt, doch fehlen mir Erfahrungen im Umgang mit Kindern. Deshalb bin ich auch hier. <<

hui, das wird jetzt schwierig. wäre eher eine gesprächsrunde als ein posting. egal, ich versuche es.
du bist psychologe. es hat einen besonderen reiz für dich den dingen auf den grund zu gehen. wie so viele der psychologen gehst du immer weiter, immer tiefer. du versuchst, das innere des menschen nach aussen zu drehen. du hast so viele verschiedene normen und formen gelernt, du wühlst in den tiefen - aber manchmal findet man da unten gar nichts. - da ist man am problem schon lange vorbei. nicht alles muss in vergangenheit und zukunft durchleuchtet werden, um zur gegenwart zu werden. du übersiehst das offensichtliche.
seien wir ehrlich, vielen leuten wird durch psychologen geholfen. da gibt es situationen, mit denen man einfach nicht klar kommt, die so neu sind und so unfassbar, das ein anderer erst mal für einen denken muss, damit man es versteht.
nun gut, und dann gibt es menschen, die mögen nicht über sich selbst nachdenken, und lassen das lieber andere für sich erledigen. da man muss den leuten nur lange und überzeugend genug erklären woran es liegt.
um auf den punkt zu kommen: du kannst einem menschen auch das gefühl der unsicherheit geben, sei es durch deine art, eine geste oder eine bestimmte satzstellung. du kannst einem menschen auch einreden, das er in seiner situation unsicher zu sein hat.
du ziehst die vergangenheit des kindes heran, und bist davon überzeugt, das es gar nichts anderes als wenig selbstwertgefühl haben kann (angelesen oder von sich selbst abgeleitet, das spielt keine rolle). auch solche gedanken übertragen sich, ob durch deine mimik, gestik oder unsicherheit. womit wir beim thema reflektion wären.

man muss nicht psychologie studieren um menschen zu verstehen, man muss den einzelnen menschen ansehen. jeder ist ein eigenes lehrbuch. sicherlich gibt es muster, kann man linien ziehen. aber im umgang mit den menschen, mit denen man zusammen lebt, sollte man auf sich selbst hören - wenn man sich noch hört.

ich kann noch so viele bücher über kindererziehung lesen, keines ist speziell für mein kind geschrieben. und dinge, die bei mir funktionieren können bei meinem kind das gegenteil auslösen. die meisten vertauen auf ihren instinkt, und sehen ihr kind. und fahren damit am besten. denn all die schlauen menschen mit ihren büchern kennen mein kind doch gar nicht. ich will es ja nicht verbiegen und zu einem ihrer kinder machen - auch wenn sich das ganz toll liest.

>>muss ich erst mal sagen, dass ich ein eher strukturierter Mensch bin, der auch gerne sein Leben organisiert. <<

du kannst dir aber schon vorstellen, das nicht jedem deine art zu leben liegt ? das andere anders glücklicher wären ? wie sieht es mit der kleinen aus ? muss sie so leben weil ihr so lebt, oder ist das auch ihrem charakter entsprechend ? ansonsten zwingt ihr sie in ein verhaltensmuster, das ihr nichts gibt. und warum sollte ein kind - ein eigenständiger mensch mit eigenem charakter, eigenen vorlieben, abneigungen, stärken und schwächen - ein verhaltensmuster eines anderen annehmen ? kompromiss heisst die devise, und das bedeutet nicht ein kompromiss, mit dem nur ihr erwachsenen gut leben könnt. um dem kind zu zeigen, das nicht immer alles im leben so geht wie man möchte muss einem erst mal das gleiche passieren *ggg*. also mit gutem beispiel über den eigenen schatten, das denken, nachdenken, überdenken und weiterdenken mal ab und an ausschalten, und leben.

>>Der ältere Bruder (5. Klasse Gymnasium) fordert insgesamt sehr viel Aufmerksamkeit, da er für die Schule viel Unterstützung braucht. Da wir beide arbeiten und ich nicht immer da bin, ist die Zeit begrenzt. Deshalb haben wir schon feste Zeiten eingerichtet, die nur für die Tochter da sind. Hier kann sie mit uns (oder einem) spielen und maßgeblich entscheiden, was wir unternehmen.<<

ja, hier hast du ganz am anfang schon die ursache aufgeschrieben. du wirst doch nicht erwarten, das eine sechsjährige all das einfach so akzeptiert ? freu dich, das sie reagiert, denn so kann man den "verursacher" schnell finden. diesen absatz solltest du in ruhe analysieren, dann sollte dir der weitere weg schon klar sein.
oder, wenn du es nicht siehst, es wird ein grosses augenmerk auf die hausaufgaben/schulleistungen des jungen gerichtet, in der familie werden die hausaufgaben des mädchens aber ignoriert. ok, klingt hart, aber genau so wird die kleine es sehen. also fordert sie euch auf, euch zu kümmern. ich finde ihre art der "problemlösung" (wie bekomme ich sie zum gucken und kümmern ?) gar nicht mal unpfiffig. sie macht sich und ihre schule "interessant" für euch. sicher ist das nicht der beste weg (aus eurer sicht), aber funktionieren tut er allemal.

es sieht so aus, als müsstet ihr auch in diesem punkt mehr auf sie eingehen.
ein ansatz könnte eine hausaufgaben-/schülerhilfe für den grossen sein. so machen beide einen teil ihrer aufgaben ausser haus, und euch bleibt mehr zeit auf die bedürfnisse beider kinder einzugehen. auch wenn es nicht so wichtig ist, was kinder in der ersten klasse machen - für das kind spielt es eine grosse rolle. das erste schuljahr ist ein erster grosser schritt in die selbstständigkeit, das sollte man erkennen, und dem entsprechend reagieren/interesse zeigen. wobei interesse nicht immer nur mit lob und unterstützung zu tun hat. ehrlichkeit dem kind gegenüber ist wichtig. kommt nur drauf an, wie man es am besten verpackt - das ist von kind zu kind verschieden.



>>
Ich möchte gern etwas über die möglichen psychologischen Ursachen erfahren und muss vermutlich doch zur Beratung.<<

eventuell nicht der schlechteste ansatz. aber vielleicht erst allein, nur die erwachsenen mit ihrem "konzept". und dann zusammen. nicht immer müssen die auslöser beim kind sein. na ja, ehrlich - meist sind sie nicht beim kind zu finden, sondern im umfeld.

klar setzt die trennung jedem kind zu. aber auch da kommt es viel auf die erwachsenen an. wird die trennung totgeschwiegen ? redet man über den papa ? oder ist alles, was vergangenheit betrifft, tabu ? gab es die ausflüge nicht, das familienleben vor der trennung ? oder war die trennung etwas, das angst macht auch noch den anderen elternteil zu verlieren ? die meisten kinder wollen reden, finden aber den ansatz nicht. da gehört viel fingerspitzengefühl zu. sich da hilfe zu holen kann ich gut verstehen.


tja, so sieht es aus: mehr auf das kind und seinen tagesablauf eingehen, mehr spontanität, weniger regelwerk, erforschen ob trennungsängste vorhanden sind, die eifersucht als eben das zu akzeptieren, was sie ist (ein kind lernt allein, seine gefühle zu beherrschen - später mal. mit sechs können sie noch in einer sache völlig aufgehen, niemals wieder werden sie sich so freuen, leiden, sehnen - und oft genau so schnell vergessen), und vieles mit mehr humor nehmen und ohne es bis zum grund zu analysieren. das leben lässt sich nun mal nicht bis in die hinterste ecke planen - weisst du doch bestimmt *ggg*

lg, andrea

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4. November 2005 um 13:39
In Antwort auf sora_11879443

So, ich habe mal alles zusammen gepackt
und antworte so, wie es mir durch den kopf geht.


>>"So, ein Kind lässt sich aber nicht nach festen Zeiten ausrichten...........ist eben halt ein Kind."

Da bin ich ganz anderer Meinung. Jedes Kind lernt, dass es feste Zeiten für bestimmte Dinge gibt. Z. B. Schulbeginn, Essenszeit, die Tanzstunde auch viele andere Dinge.<<

jaaa. aber - wenn alles in unserem leben fest ausgerichtet ist, dann fehlt die lücke zu spontanität. denn dafür kann man nicht auch eine zeit einteilen. es gibt feste zeiten, aber nicht der ganze tag eines kindes sollte genaustens verplant sein. ungeplante zeiten sollten nicht nur zeiten sein, in denen das kind auf sich gestellt ist. der tag voller pflichten und uhrzeiten kommt noch früh genug, der tag, an dem man auf sich gestellt ist, auch. eine gesunde mischung macht's.
das andauernde einteilen untergräbt die eigene entwicklung, die selbstfindung, die kreativität, die phantasie. feste zeiten sind auch eine art der unterwerfung.

kinder müssen nicht 24 stunden "sinnvoll" leben. man sollte sehr vorsichtig sein bei dem versuch, ein erwachsenenleben auf das eines kindes zu übertragen. andersherum dagegen ist's kein problem.

das wirft bei mir immer die frage auf, warum so viele darauf aus sind, ihre kinder zu erwachsenen zu erziehen, anstatt sie kind sein zu lassen. alles zu seiner zeit. ein terminkalender und den grossen schreibtisch für den manager, die wolken, den bach und das gras für das kind.


>>Ganz einfach. Dann gibt es andere Bezugs- und Vertrauenspersonen, die dem Kind die Aufmerksamkeit schenken. In der Schule der (Vertrauens)lehrer/ der Betreuer oder die Oma in der Nachbarschaft oder auch schon mal der babysitter, der gerne von ihr in Anspruch genommen wird. Für ein Kind ist es auch wichtig zu lernen, dass das Leben nicht immer ein Wunschkonzert ist und augenblickliche Bedürfnissbefriedigung nicht immer möglich ist. <<

es ist von vorteil, wenn kinder mehrere bezugspersonen haben - so weit richtig. aber vertrauenspersonen ? es gibt eine mama, und einen papa. in den 60ern hat man den fehler gemacht mama und papa gegen tina und michael zu ersetzen. inzwischen ist es jedem klar wo der fehler liegt. tinas und michaels wird das kind in seinem leben noch viele kennen lernen, mama und papa gibt es nur ein mal. wenn mein kind mich als elternteil fordert, weil es zu mir vertrauen hat, dann ist es ein ding der unmöglichkeit es zu anderen "bekannten" zu schicken. das ist ein schlag ins gesicht, und ein riss in der basis. es spielt keine rolle, ob die anderen sich mit dem kind beschäftigen wollen, ob sie ein offenes ohr haben, ob sie super mit kindern umgehen können, ob sie das kind von klein auf kennen, es spielt eine rolle, wem sich das kind anvertrauen möchte. das hat mit wunschkonzert wenig zu tun.
es gibt einen unterschied zwischen bezugsperson haben und herum gereicht zu werden. und auch wenn erwachsene es nicht so empfinden, kindern nimmt man dadurch ihren halt.
das wort bedürfnisbefriedigung ist aber im bezug auf probleme und erlebnisse und dem daraus resultierenden mitteilungsbedürfnis eines kindes eine ganz hässliche (und fehlplatzierte) umschreibung.
es kann sein, das du die dringlichkeit eines kartoffelkäfers nicht mehr erkennst, weil du dich gerade mit den problemen des irakkrieges auseinandersetzt. aber wenn es so weit ist, das du das interesse des kindes (und damit seine welt) dahinter nicht mehr erkennst, dann hast du jegliches gefühl für kinder verloren. ein kartoffelkäfer kann durchaus wichtiger sein, es kommt immer auf die perspektive an. wenn du versuchst deinem kind stelzen anzuschrauben, damit es deine sicht der (wichtigen ?) dinge bekommt, dann kann es unter umständen tief fallen. wenn du dich ab und zu mal bückst tust du dir nicht weh.

>>
"Aber klar, in der heutigen Zeit muß ja alles unter einen Hut passen, die Erziehung der Kinder, die Berufstätigkeit von beiden Eltern, und und und..."

Genau. Besser ist es, wenn alle zufrieden sind! Auch die Eltern, damit sie viel Zufriedenheit an die Kinder weiter geben können <<

aber in diesem fall ist das kind wohl nicht zufrieden mit der situation. es ist schön, das ihr euer leben nach eurem bedarf und gefühl ausgerichtet und eure zeit fest eingeteilt habt, und damit am besten fahrt. leider bleibt da einer der familie auf der strecke. und sorry - für ein kind hat der erwachsene zurück zu stecken. denn erst wenn mein kind zufrieden ist geht es mir gut.

die fremdtoleranz schenk ich mir

>>Die Problematik ansich ist für mich neu, da ich zurückliegend wenig mit Kindern zu tun hatte. Du hast aber recht. Ich bin Pädagoge, doch hatte ich bisher nur mit Erwachsenen zu tun. Da ich die Kindererziehung als eigenständigen Bereich sehe, dem ich in meinem Studium nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt habe, möchte ich mir gerne Anregungen von außen holen. Berufsbedingt sind mir alle wesentlichen pädagogischen Handlungsweisen bekannt, doch fehlen mir Erfahrungen im Umgang mit Kindern. Deshalb bin ich auch hier. <<

hui, das wird jetzt schwierig. wäre eher eine gesprächsrunde als ein posting. egal, ich versuche es.
du bist psychologe. es hat einen besonderen reiz für dich den dingen auf den grund zu gehen. wie so viele der psychologen gehst du immer weiter, immer tiefer. du versuchst, das innere des menschen nach aussen zu drehen. du hast so viele verschiedene normen und formen gelernt, du wühlst in den tiefen - aber manchmal findet man da unten gar nichts. - da ist man am problem schon lange vorbei. nicht alles muss in vergangenheit und zukunft durchleuchtet werden, um zur gegenwart zu werden. du übersiehst das offensichtliche.
seien wir ehrlich, vielen leuten wird durch psychologen geholfen. da gibt es situationen, mit denen man einfach nicht klar kommt, die so neu sind und so unfassbar, das ein anderer erst mal für einen denken muss, damit man es versteht.
nun gut, und dann gibt es menschen, die mögen nicht über sich selbst nachdenken, und lassen das lieber andere für sich erledigen. da man muss den leuten nur lange und überzeugend genug erklären woran es liegt.
um auf den punkt zu kommen: du kannst einem menschen auch das gefühl der unsicherheit geben, sei es durch deine art, eine geste oder eine bestimmte satzstellung. du kannst einem menschen auch einreden, das er in seiner situation unsicher zu sein hat.
du ziehst die vergangenheit des kindes heran, und bist davon überzeugt, das es gar nichts anderes als wenig selbstwertgefühl haben kann (angelesen oder von sich selbst abgeleitet, das spielt keine rolle). auch solche gedanken übertragen sich, ob durch deine mimik, gestik oder unsicherheit. womit wir beim thema reflektion wären.

man muss nicht psychologie studieren um menschen zu verstehen, man muss den einzelnen menschen ansehen. jeder ist ein eigenes lehrbuch. sicherlich gibt es muster, kann man linien ziehen. aber im umgang mit den menschen, mit denen man zusammen lebt, sollte man auf sich selbst hören - wenn man sich noch hört.

ich kann noch so viele bücher über kindererziehung lesen, keines ist speziell für mein kind geschrieben. und dinge, die bei mir funktionieren können bei meinem kind das gegenteil auslösen. die meisten vertauen auf ihren instinkt, und sehen ihr kind. und fahren damit am besten. denn all die schlauen menschen mit ihren büchern kennen mein kind doch gar nicht. ich will es ja nicht verbiegen und zu einem ihrer kinder machen - auch wenn sich das ganz toll liest.

>>muss ich erst mal sagen, dass ich ein eher strukturierter Mensch bin, der auch gerne sein Leben organisiert. <<

du kannst dir aber schon vorstellen, das nicht jedem deine art zu leben liegt ? das andere anders glücklicher wären ? wie sieht es mit der kleinen aus ? muss sie so leben weil ihr so lebt, oder ist das auch ihrem charakter entsprechend ? ansonsten zwingt ihr sie in ein verhaltensmuster, das ihr nichts gibt. und warum sollte ein kind - ein eigenständiger mensch mit eigenem charakter, eigenen vorlieben, abneigungen, stärken und schwächen - ein verhaltensmuster eines anderen annehmen ? kompromiss heisst die devise, und das bedeutet nicht ein kompromiss, mit dem nur ihr erwachsenen gut leben könnt. um dem kind zu zeigen, das nicht immer alles im leben so geht wie man möchte muss einem erst mal das gleiche passieren *ggg*. also mit gutem beispiel über den eigenen schatten, das denken, nachdenken, überdenken und weiterdenken mal ab und an ausschalten, und leben.

>>Der ältere Bruder (5. Klasse Gymnasium) fordert insgesamt sehr viel Aufmerksamkeit, da er für die Schule viel Unterstützung braucht. Da wir beide arbeiten und ich nicht immer da bin, ist die Zeit begrenzt. Deshalb haben wir schon feste Zeiten eingerichtet, die nur für die Tochter da sind. Hier kann sie mit uns (oder einem) spielen und maßgeblich entscheiden, was wir unternehmen.<<

ja, hier hast du ganz am anfang schon die ursache aufgeschrieben. du wirst doch nicht erwarten, das eine sechsjährige all das einfach so akzeptiert ? freu dich, das sie reagiert, denn so kann man den "verursacher" schnell finden. diesen absatz solltest du in ruhe analysieren, dann sollte dir der weitere weg schon klar sein.
oder, wenn du es nicht siehst, es wird ein grosses augenmerk auf die hausaufgaben/schulleistungen des jungen gerichtet, in der familie werden die hausaufgaben des mädchens aber ignoriert. ok, klingt hart, aber genau so wird die kleine es sehen. also fordert sie euch auf, euch zu kümmern. ich finde ihre art der "problemlösung" (wie bekomme ich sie zum gucken und kümmern ?) gar nicht mal unpfiffig. sie macht sich und ihre schule "interessant" für euch. sicher ist das nicht der beste weg (aus eurer sicht), aber funktionieren tut er allemal.

es sieht so aus, als müsstet ihr auch in diesem punkt mehr auf sie eingehen.
ein ansatz könnte eine hausaufgaben-/schülerhilfe für den grossen sein. so machen beide einen teil ihrer aufgaben ausser haus, und euch bleibt mehr zeit auf die bedürfnisse beider kinder einzugehen. auch wenn es nicht so wichtig ist, was kinder in der ersten klasse machen - für das kind spielt es eine grosse rolle. das erste schuljahr ist ein erster grosser schritt in die selbstständigkeit, das sollte man erkennen, und dem entsprechend reagieren/interesse zeigen. wobei interesse nicht immer nur mit lob und unterstützung zu tun hat. ehrlichkeit dem kind gegenüber ist wichtig. kommt nur drauf an, wie man es am besten verpackt - das ist von kind zu kind verschieden.



>>
Ich möchte gern etwas über die möglichen psychologischen Ursachen erfahren und muss vermutlich doch zur Beratung.<<

eventuell nicht der schlechteste ansatz. aber vielleicht erst allein, nur die erwachsenen mit ihrem "konzept". und dann zusammen. nicht immer müssen die auslöser beim kind sein. na ja, ehrlich - meist sind sie nicht beim kind zu finden, sondern im umfeld.

klar setzt die trennung jedem kind zu. aber auch da kommt es viel auf die erwachsenen an. wird die trennung totgeschwiegen ? redet man über den papa ? oder ist alles, was vergangenheit betrifft, tabu ? gab es die ausflüge nicht, das familienleben vor der trennung ? oder war die trennung etwas, das angst macht auch noch den anderen elternteil zu verlieren ? die meisten kinder wollen reden, finden aber den ansatz nicht. da gehört viel fingerspitzengefühl zu. sich da hilfe zu holen kann ich gut verstehen.


tja, so sieht es aus: mehr auf das kind und seinen tagesablauf eingehen, mehr spontanität, weniger regelwerk, erforschen ob trennungsängste vorhanden sind, die eifersucht als eben das zu akzeptieren, was sie ist (ein kind lernt allein, seine gefühle zu beherrschen - später mal. mit sechs können sie noch in einer sache völlig aufgehen, niemals wieder werden sie sich so freuen, leiden, sehnen - und oft genau so schnell vergessen), und vieles mit mehr humor nehmen und ohne es bis zum grund zu analysieren. das leben lässt sich nun mal nicht bis in die hinterste ecke planen - weisst du doch bestimmt *ggg*

lg, andrea

Abschließende Bemerkungen ...
"jaaa. aber - wenn alles in unserem leben fest ausgerichtet ist, dann fehlt die lücke zu spontanität. denn dafür kann man nicht auch eine zeit einteilen. es gibt feste zeiten, aber nicht der ganze tag eines kindes sollte genaustens verplant sein. ungeplante zeiten sollten nicht nur zeiten sein, in denen das kind auf sich gestellt ist. der tag voller pflichten und uhrzeiten kommt noch früh genug, der tag, an dem man auf sich gestellt ist, auch. eine gesunde mischung macht's.
das andauernde einteilen untergräbt die eigene entwicklung, die selbstfindung, die kreativität, die phantasie. feste zeiten sind auch eine art der unterwerfung."

***genau, deshalb hatte ich ja auch geschrieben: "bestimmte Dinge".

kinder müssen nicht 24 stunden "sinnvoll" leben. man sollte sehr vorsichtig sein bei dem versuch, ein erwachsenenleben auf das eines kindes zu übertragen.

***ich persönlich würde es überhaupt nicht versuchen wollen. Geht auch gar nicht ...
Sinnvoll die Zeit zu verbringen finde ich schon gut. Dazu gehört für mich z. B. auch das "Freispiel" (mit FreundInnen) und Entscheidungsspielräume zur freien Gestaltung. Dabei entscheidet das Kind selber, was sinnvoll und wertvoll ist.

"das wirft bei mir immer die frage auf, warum so viele darauf aus sind, ihre kinder zu erwachsenen zu erziehen, anstatt sie kind sein zu lassen. alles zu seiner zeit. ein terminkalender und den grossen schreibtisch für den manager, die wolken, den bach und das gras für das kind."

***das kann ich dir auch nicht beantworten. Musst mal die Leute fragen, die das tun.

"es ist von vorteil, wenn kinder mehrere bezugspersonen haben - so weit richtig. aber vertrauenspersonen ? es gibt eine mama, und einen papa. in den 60ern hat man den fehler gemacht mama und papa gegen tina und michael zu ersetzen. inzwischen ist es jedem klar wo der fehler liegt. tinas und michaels wird das kind in seinem leben noch viele kennen lernen, mama und papa gibt es nur ein mal. wenn mein kind mich als elternteil fordert, weil es zu mir vertrauen hat, dann ist es ein ding der unmöglichkeit es zu anderen "bekannten" zu schicken. das ist ein schlag ins gesicht, und ein riss in der basis. es spielt keine rolle, ob die anderen sich mit dem kind beschäftigen wollen, ob sie ein offenes ohr haben, ob sie super mit kindern umgehen können, ob sie das kind von klein auf kennen, es spielt eine rolle, wem sich das kind anvertrauen möchte. das hat mit wunschkonzert wenig zu tun.
es gibt einen unterschied zwischen bezugsperson haben und herum gereicht zu werden. und auch wenn erwachsene es nicht so empfinden, kindern nimmt man dadurch ihren halt."

***das sehe ich anders. Das Kind sucht sich für seine Bedürfnisse die richtige Bezugsperson. Das müssen nicht immer die Eltern sein. Ich persönlich hatte z. B. als Kind auch eine sehr enge Bindung zur Freundin meiner Schwester, die 9 Jahre älter war. Bei ihr habe ich viele meiner Bedürfnisse befriedigen können und das gute Verhältnis dauert bis heute an.
Anderes Beispiel: Der 10-jährige hat seit Jahren einen sehr guten Freund, mit dem er seine gesamte Freizeit verbringt. Sie schlafen oft zusammen oder wir unternehmen etwas oder fahren zusammen in den Urlaub. Dieser Junge gehört schon fast zur Familie. Diese gute Freundschaft könnte nie von uns ersetzt werden, da so viele Bedürfnisse des Jungen damit erfüllt werden. Von Bekannten und "rumreichen" ist also nicht die Rede. Ich meinte Bezugspersonen, die das Leben begleiten. So kannst du z. B. auch davon ausgehen, dass die Oma auch in den nächsten Jahren immer da sein wird.
Auf der anderen Seite finde ich es auch wichtig, wenn das Kind in der Lage ist, offen auf andere Personen zuzugehen, so es Probleme hat. Beispiel Schule, wo Eltern nicht anwesend sind: Dort sollte es mit zunehmendem Alter in der Lage sein, Konflikte (mit Hilfe von außen) zu lösen. Z. B. durch Konfrontation, Vertrauenslehrer oder auch Mediationsmöglichkeit. Das Kind steigert somit seine Konfliktfähigkeit. Für mich u. a. eine wichtige Sache. So die Klärung innerschulisch nicht möglich ist, werde ich mit dem Kind gemeinsam eine Lösung finden. Ich finde es nur wichtig zu vermitteln, dass das Kind immer das Gefühl hat, dass die Eltern da sind, wenn "Not am Mann" ist. Da die Kinder oft kommen, glaube ich, dass sie sich durch uns gestärkt fühlen und uns Hilfe, Verständnis und Kompetenz zutrauen.
Vielleicht wirst du auch noch feststellen, dass sich dein Kind von dir entfernt. Dieser Loslösungsprozess ist für das Kind sehr wichtig und sollte gefördert werden, auch wenn das Kind auf "außenstehende" Personen zurück greift. Das Loslassen ist manchmal auch für die Eltern ein schwieriger und schmerzhafter Prozess, doch insgesamt wichtig!
Hinsichtlich der 60/70er verweise ich mal auf die Ergebnisse der Kibbutzerziehung, wobei man die Übertragbarkeit in Relation zum Kulturkreis setzen sollte.

"aber in diesem fall ist das kind wohl nicht zufrieden mit der situation. es ist schön, das ihr euer leben nach eurem bedarf und gefühl ausgerichtet und eure zeit fest eingeteilt habt, und damit am besten fahrt. leider bleibt da einer der familie auf der strecke. und sorry - für ein kind hat der erwachsene zurück zu stecken. denn erst wenn mein kind zufrieden ist geht es mir gut."

***woher weißt du denn, dass die Bedürfnisse des Kindes auf der Strecke bleiben. Bin immer noch bei der Analyse und hinterfrage, woran ein bestimmtes Verhalten wohl liegen kann.

"die fremdtoleranz schenk ich mir"

***schade, denn bei dir habe ich oft den Eindruck, dass du in deiner Einstellung wenig offen bist und dein Erziehungsverständnis kompromisslos vertrittst. An dem Punkt möchte ich noch sagen, dass es bei Erziehungsfragen viele Strömungen gibt, die alle ihre Daseinsberechtigung haben. Ist ähnlich wie bei Therapieformen. So erreichst du z. B. nicht unbedingt einen Menschen mit einer Gesprächstherapie, sondern eher mit einer Gestalttherapie. Das kann an verschieden Faktoren liegen. Auf jeden Fall ist es dabei wichtig, den Menschen individuell zu betrachten.
Ich gebe dir noch `mal ein anderes Beispiel: Manchmal erlebe ich bei Menschen, dass sie alternative Heilmethoden ablehnen und die Schulmedizin als einzige Möglichkeit anerkennen. Meine Meinung dazu:
"Wer heilt, hat recht." Auch wenn ich nicht unbedingt mit einer Heilmethode konform gehe, so erkenne ich diese doch immer an, wenn sie dem Menschen hilft. Z. B. Behandlung mit Schlangengift, Maden oder Akupunktur ...

Aus Zeitgründen kann ich leider nicht mehr auf alle deine Punkte eingehen.
Aufgefallen ist mir noch, dass du Vorbehalte gegenüber Pädagogen/ Psychologen hast. Schade auch, denn einfach ausgedrückt sind sie grundsätzlich nur dafür da, den Menschen das Leben zu erleichtern. Wenn ich psychologisch werden müsste, lese ich in deinen Zeilen auch eine Angst. Diese kann ich dir hier nicht nehmen, doch wünsche ich dir, dass du manche Lese- und Analysemöglichkeiten für dich erschließt, damit das eigene Verstehen und das Verstehen der Umwelt leichter wird. Ist auf jeden Fall `ne tolle Erfahrung, wobei dir kein Profi und kein Buch irgendwelche Lösungen bereit hält. Vielmehr erhältst du Anregungen, mehr über dich zu erfahren, denn die Lösung aller Probleme hältst du stets schon in dir bereit!
Abschließend möchte ich noch sagen, dass es viele tolle Eltern gibt, die intuitiv und ohne zusätzliche Hilfe eine bemerkenswerte Erziehung hinbekommen. Auf der anderen Seite sind Erziehungsprobleme heute kein Tabuthema mehr. Dies kann man auch an den voll besetzten Kursen oder auch an dem öffentlichen Interesse an Erziehungsshows ablesen. Viele gehen heute nach außen und lassen sich durch Profis helfen. Für mich eine positive Entwicklung!

Abschließend ein Danke für die Auseinandersetzung von

Salserolino

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5. November 2005 um 13:01
In Antwort auf halvor_11908427

Abschließende Bemerkungen ...
"jaaa. aber - wenn alles in unserem leben fest ausgerichtet ist, dann fehlt die lücke zu spontanität. denn dafür kann man nicht auch eine zeit einteilen. es gibt feste zeiten, aber nicht der ganze tag eines kindes sollte genaustens verplant sein. ungeplante zeiten sollten nicht nur zeiten sein, in denen das kind auf sich gestellt ist. der tag voller pflichten und uhrzeiten kommt noch früh genug, der tag, an dem man auf sich gestellt ist, auch. eine gesunde mischung macht's.
das andauernde einteilen untergräbt die eigene entwicklung, die selbstfindung, die kreativität, die phantasie. feste zeiten sind auch eine art der unterwerfung."

***genau, deshalb hatte ich ja auch geschrieben: "bestimmte Dinge".

kinder müssen nicht 24 stunden "sinnvoll" leben. man sollte sehr vorsichtig sein bei dem versuch, ein erwachsenenleben auf das eines kindes zu übertragen.

***ich persönlich würde es überhaupt nicht versuchen wollen. Geht auch gar nicht ...
Sinnvoll die Zeit zu verbringen finde ich schon gut. Dazu gehört für mich z. B. auch das "Freispiel" (mit FreundInnen) und Entscheidungsspielräume zur freien Gestaltung. Dabei entscheidet das Kind selber, was sinnvoll und wertvoll ist.

"das wirft bei mir immer die frage auf, warum so viele darauf aus sind, ihre kinder zu erwachsenen zu erziehen, anstatt sie kind sein zu lassen. alles zu seiner zeit. ein terminkalender und den grossen schreibtisch für den manager, die wolken, den bach und das gras für das kind."

***das kann ich dir auch nicht beantworten. Musst mal die Leute fragen, die das tun.

"es ist von vorteil, wenn kinder mehrere bezugspersonen haben - so weit richtig. aber vertrauenspersonen ? es gibt eine mama, und einen papa. in den 60ern hat man den fehler gemacht mama und papa gegen tina und michael zu ersetzen. inzwischen ist es jedem klar wo der fehler liegt. tinas und michaels wird das kind in seinem leben noch viele kennen lernen, mama und papa gibt es nur ein mal. wenn mein kind mich als elternteil fordert, weil es zu mir vertrauen hat, dann ist es ein ding der unmöglichkeit es zu anderen "bekannten" zu schicken. das ist ein schlag ins gesicht, und ein riss in der basis. es spielt keine rolle, ob die anderen sich mit dem kind beschäftigen wollen, ob sie ein offenes ohr haben, ob sie super mit kindern umgehen können, ob sie das kind von klein auf kennen, es spielt eine rolle, wem sich das kind anvertrauen möchte. das hat mit wunschkonzert wenig zu tun.
es gibt einen unterschied zwischen bezugsperson haben und herum gereicht zu werden. und auch wenn erwachsene es nicht so empfinden, kindern nimmt man dadurch ihren halt."

***das sehe ich anders. Das Kind sucht sich für seine Bedürfnisse die richtige Bezugsperson. Das müssen nicht immer die Eltern sein. Ich persönlich hatte z. B. als Kind auch eine sehr enge Bindung zur Freundin meiner Schwester, die 9 Jahre älter war. Bei ihr habe ich viele meiner Bedürfnisse befriedigen können und das gute Verhältnis dauert bis heute an.
Anderes Beispiel: Der 10-jährige hat seit Jahren einen sehr guten Freund, mit dem er seine gesamte Freizeit verbringt. Sie schlafen oft zusammen oder wir unternehmen etwas oder fahren zusammen in den Urlaub. Dieser Junge gehört schon fast zur Familie. Diese gute Freundschaft könnte nie von uns ersetzt werden, da so viele Bedürfnisse des Jungen damit erfüllt werden. Von Bekannten und "rumreichen" ist also nicht die Rede. Ich meinte Bezugspersonen, die das Leben begleiten. So kannst du z. B. auch davon ausgehen, dass die Oma auch in den nächsten Jahren immer da sein wird.
Auf der anderen Seite finde ich es auch wichtig, wenn das Kind in der Lage ist, offen auf andere Personen zuzugehen, so es Probleme hat. Beispiel Schule, wo Eltern nicht anwesend sind: Dort sollte es mit zunehmendem Alter in der Lage sein, Konflikte (mit Hilfe von außen) zu lösen. Z. B. durch Konfrontation, Vertrauenslehrer oder auch Mediationsmöglichkeit. Das Kind steigert somit seine Konfliktfähigkeit. Für mich u. a. eine wichtige Sache. So die Klärung innerschulisch nicht möglich ist, werde ich mit dem Kind gemeinsam eine Lösung finden. Ich finde es nur wichtig zu vermitteln, dass das Kind immer das Gefühl hat, dass die Eltern da sind, wenn "Not am Mann" ist. Da die Kinder oft kommen, glaube ich, dass sie sich durch uns gestärkt fühlen und uns Hilfe, Verständnis und Kompetenz zutrauen.
Vielleicht wirst du auch noch feststellen, dass sich dein Kind von dir entfernt. Dieser Loslösungsprozess ist für das Kind sehr wichtig und sollte gefördert werden, auch wenn das Kind auf "außenstehende" Personen zurück greift. Das Loslassen ist manchmal auch für die Eltern ein schwieriger und schmerzhafter Prozess, doch insgesamt wichtig!
Hinsichtlich der 60/70er verweise ich mal auf die Ergebnisse der Kibbutzerziehung, wobei man die Übertragbarkeit in Relation zum Kulturkreis setzen sollte.

"aber in diesem fall ist das kind wohl nicht zufrieden mit der situation. es ist schön, das ihr euer leben nach eurem bedarf und gefühl ausgerichtet und eure zeit fest eingeteilt habt, und damit am besten fahrt. leider bleibt da einer der familie auf der strecke. und sorry - für ein kind hat der erwachsene zurück zu stecken. denn erst wenn mein kind zufrieden ist geht es mir gut."

***woher weißt du denn, dass die Bedürfnisse des Kindes auf der Strecke bleiben. Bin immer noch bei der Analyse und hinterfrage, woran ein bestimmtes Verhalten wohl liegen kann.

"die fremdtoleranz schenk ich mir"

***schade, denn bei dir habe ich oft den Eindruck, dass du in deiner Einstellung wenig offen bist und dein Erziehungsverständnis kompromisslos vertrittst. An dem Punkt möchte ich noch sagen, dass es bei Erziehungsfragen viele Strömungen gibt, die alle ihre Daseinsberechtigung haben. Ist ähnlich wie bei Therapieformen. So erreichst du z. B. nicht unbedingt einen Menschen mit einer Gesprächstherapie, sondern eher mit einer Gestalttherapie. Das kann an verschieden Faktoren liegen. Auf jeden Fall ist es dabei wichtig, den Menschen individuell zu betrachten.
Ich gebe dir noch `mal ein anderes Beispiel: Manchmal erlebe ich bei Menschen, dass sie alternative Heilmethoden ablehnen und die Schulmedizin als einzige Möglichkeit anerkennen. Meine Meinung dazu:
"Wer heilt, hat recht." Auch wenn ich nicht unbedingt mit einer Heilmethode konform gehe, so erkenne ich diese doch immer an, wenn sie dem Menschen hilft. Z. B. Behandlung mit Schlangengift, Maden oder Akupunktur ...

Aus Zeitgründen kann ich leider nicht mehr auf alle deine Punkte eingehen.
Aufgefallen ist mir noch, dass du Vorbehalte gegenüber Pädagogen/ Psychologen hast. Schade auch, denn einfach ausgedrückt sind sie grundsätzlich nur dafür da, den Menschen das Leben zu erleichtern. Wenn ich psychologisch werden müsste, lese ich in deinen Zeilen auch eine Angst. Diese kann ich dir hier nicht nehmen, doch wünsche ich dir, dass du manche Lese- und Analysemöglichkeiten für dich erschließt, damit das eigene Verstehen und das Verstehen der Umwelt leichter wird. Ist auf jeden Fall `ne tolle Erfahrung, wobei dir kein Profi und kein Buch irgendwelche Lösungen bereit hält. Vielmehr erhältst du Anregungen, mehr über dich zu erfahren, denn die Lösung aller Probleme hältst du stets schon in dir bereit!
Abschließend möchte ich noch sagen, dass es viele tolle Eltern gibt, die intuitiv und ohne zusätzliche Hilfe eine bemerkenswerte Erziehung hinbekommen. Auf der anderen Seite sind Erziehungsprobleme heute kein Tabuthema mehr. Dies kann man auch an den voll besetzten Kursen oder auch an dem öffentlichen Interesse an Erziehungsshows ablesen. Viele gehen heute nach außen und lassen sich durch Profis helfen. Für mich eine positive Entwicklung!

Abschließend ein Danke für die Auseinandersetzung von

Salserolino


ich kann mich nicht erinnern, das ich irgendwo geschrieben habe, das meine meinung die einzig wahre ist. ganz im gegenteil, wie ich die dinge handhabe ist vielleicht ein anderer weg als deiner, aber ich denke ich bin mehr auf dein "problem" eingegangen als von meinem/unserem tagesablauf zu erzählen. schon allein, weil bei uns die problematik nicht vorhanden ist. ich hatte gedacht, das ich mit meiner meinung/sicht der dinge eventuell einen denkanstoss geben kann.

des weiteren lässt die aussage "gut strukturierter tagesablauf" für mich eben den rückschluss zu, das es an platz für spontanität fehlt. ich hatte auch gefragt, wie das kind damit zurecht kommt, ob es ihm liegt, aber da kam kein echo.

ich habe keine vorbehalte gegenüber pädagogen oder psychologen, aber ich denke nicht, das sie die einzige wahrheit haben. das ist schon alles.
ich weiss um meine ängste, und ich lebe (gerne) mit ihnen. ohne ängste wäre mein leben wohl voller ignoranz. bis jetzt kann ich gut damit umgehen, auch ohne feedback von aussen. ich bin weder ein mensch der langeweile hat, noch habe ich angst mich mit mir selbst zu beschäftigen. aber wenn ich versuche mich in andere hinein zu versetzen muss ich wohl oder übel mein denken und fühlen hintenan stellen. ansonsten funzt das nicht
sicherlich haben wir beide hier einen punkt erreicht, an dem wir aneinander vorbei reden. aber das ist nicht wichtig. du solltest nicht versuchen mich zu verstehen, sondern die kleine tochter deiner lebensgefährtin.

nur schade, das du es geschafft hast das thema zu ersticken. du bist von allgemeinheit auf mich geschwenkt, und nirgendwo kann ich noch ein bisschen eingehen auf das ausgangsthema (das kind) sehen. das war von meiner seite aus nicht so gedacht. kann es sein, das du ein thema gerne zerredest, ohne zu einem ergebnis zu kommen ? diese endlosschleifen machen denken weder wertvoller noch interessanter. meiner meinung nach sollte man nicht um des denkens willen nachdenken, sondern um auf einen punkt zu kommen. alles andere ist mir zu ich-bezogen.

lg, andrea

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10. November 2005 um 20:01
In Antwort auf sora_11879443


ich kann mich nicht erinnern, das ich irgendwo geschrieben habe, das meine meinung die einzig wahre ist. ganz im gegenteil, wie ich die dinge handhabe ist vielleicht ein anderer weg als deiner, aber ich denke ich bin mehr auf dein "problem" eingegangen als von meinem/unserem tagesablauf zu erzählen. schon allein, weil bei uns die problematik nicht vorhanden ist. ich hatte gedacht, das ich mit meiner meinung/sicht der dinge eventuell einen denkanstoss geben kann.

des weiteren lässt die aussage "gut strukturierter tagesablauf" für mich eben den rückschluss zu, das es an platz für spontanität fehlt. ich hatte auch gefragt, wie das kind damit zurecht kommt, ob es ihm liegt, aber da kam kein echo.

ich habe keine vorbehalte gegenüber pädagogen oder psychologen, aber ich denke nicht, das sie die einzige wahrheit haben. das ist schon alles.
ich weiss um meine ängste, und ich lebe (gerne) mit ihnen. ohne ängste wäre mein leben wohl voller ignoranz. bis jetzt kann ich gut damit umgehen, auch ohne feedback von aussen. ich bin weder ein mensch der langeweile hat, noch habe ich angst mich mit mir selbst zu beschäftigen. aber wenn ich versuche mich in andere hinein zu versetzen muss ich wohl oder übel mein denken und fühlen hintenan stellen. ansonsten funzt das nicht
sicherlich haben wir beide hier einen punkt erreicht, an dem wir aneinander vorbei reden. aber das ist nicht wichtig. du solltest nicht versuchen mich zu verstehen, sondern die kleine tochter deiner lebensgefährtin.

nur schade, das du es geschafft hast das thema zu ersticken. du bist von allgemeinheit auf mich geschwenkt, und nirgendwo kann ich noch ein bisschen eingehen auf das ausgangsthema (das kind) sehen. das war von meiner seite aus nicht so gedacht. kann es sein, das du ein thema gerne zerredest, ohne zu einem ergebnis zu kommen ? diese endlosschleifen machen denken weder wertvoller noch interessanter. meiner meinung nach sollte man nicht um des denkens willen nachdenken, sondern um auf einen punkt zu kommen. alles andere ist mir zu ich-bezogen.

lg, andrea

Schlussbetrachtung ...
Ja, möchte bewusst an diesem Punkt Schluss machen, da ich nicht den Eindruck habe, dass du mir weiter helfen kannst. Das liegt daran, dass du erzieherisch ganz andere Vorstellungen vertrittst und diesen zeitweise einen "Allgemeinplatz" gibst.
Das wirft für mich viele pädagogische Grundzüge über den Haufen.
Müsste z. B. jetzt auch wieder erklären, wie wichtig Strukturen im Leben eines Kindes sind ...
Bleibe aber auch im Sinne des Kindes ganz eisern am Thema, da ich ja nicht nur strukturiert, sondern auch ziel- und ergebnisorientiert handele

Gruß vom

Salsarolino

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12. November 2005 um 19:20

Aber Hallo!

Ich bin zwar kein Psychologe. Ich bin einfach nur eine Mutter. Aber das reicht mir auch.

Jeder Mensch ist anderst, auf seine Weise. Aber das Gelaber ist voll scheiße.
Man, das ist ein Kind das Liebe will und aus voller Kehle schreit. Doch keiner hört sie. Alle kümmern sich um das ältere Kind. Und dann bekommt sie die festen Zeiten. Ich würde einfach mal versuchen langsam auf sie zu zu gehen.
Den Jungen würde ich in eine Hausaufgabenhilfe schicken, dann habt ihr vielleicht auch mal mehr zeit für BEIDE.
Ein Lebenspartner sollte vielleicht auch mal kurzer tretten. Man hat dieses Kind haben wollen, also muß man auch auf den Sauren Apfel beisen.
An der stelle ihrer Lebensgefährtin sollte sie einfach öfters mal spontan frei nehmen und das Kind ungeplant von der Schule abholen und ein Mama Tag machen. Und dann wette ich mit euch, das es super klappt und es mit den Lügen besser wird. Wenn ihr nichts macht, und der eine es auf den anderen Schiebt, wird sie vielleicht auch mal ein Dauerflunkerer.
Sucht die Probleme vielleicht mal bei euch.
Sieht der Leibliche Vater auch mal sein Kind?
Oder hat er kein Interrese an dem Kind. Oder Plant mal um.
Die Mutter Arbeitet zum Beispiel nur noch vormittags und vielleicht zwei oder drei mal die Woche Nachmittags. In der Zeit wo sie Arbeitet würde ich für das Kind am nachmittag eine Sitterin suchen, vielleicht klappt es ja dann.
Ich höre wie sie nach Liebe schreit, aber sie mit füssen getretten wird.
DENKT DOCH EINFACH NUR MAL WIE EIN MENSCH

Viel Glück

Anne-Ma@gmx.de

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